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Das MPIA hat eine Vielzahl von sehr produktiven astronomischen Instrumenten entwickelt, insbesondere lieferte es in den letzten Jahren entscheidende Beiträge zu vier VLTInstrumenten und zum Spektrographen LUCI(1+2) für das LBT. Es ist gegenwärtig am
Bau der Instrumente SPHERE, GRAVITY und MATISSE für das VLT und an den Instrumenten ARGOS und LINC für das LBT beteiligt. Das MPIA hat eine sehr erfolgreiche
Tradition in der IR-Weltraumastronomie, insbesondere als PI-Institut und Datenzentrum
von ISOPHOT, die durch die Beteiligung am Instrument PACS für das Weltraumteleskop
HERSCHEL und die führende Rolle bei der deutschen Beteiligung an den Instrumenten
NIRSpec und MIRI für das James Webb Space Telescope fortgeführt wird. Das Institut
ist führend an der Infrarotphotometrie der ESA-Mission EUCLID beteiligt und ist für die
astrophysikalische Objektklassifikation bei ESAs GAIA-Mission verantwortlich.
Das MPIA war das erste europäische Partnerinstitut der erfolgreichsten Himmelsdurchmusterung des letzten Jahrzehnts, des Sloan Digital Sky Survey (SDSS); seit Herbst 2006
ist das MPIA der größte Partner der University of Hawaii bei der Vorbereitung und
Durchführung des PanStarrs-1-Surveys, der im Jahr 2010 begonnen wurde.
In der Abteilung Stern- und Planetenentstehung (Direktor: Thomas Henning) wird mit
empfindlichen Infrarot- und Submillimeterbeobachtungen nach den frühesten Phasen der
Entstehung von Sternen gesucht. Beobachtungen zielen darauf, sowohl das obere Ende der
IMF, als auch den substellaren Bereich der Braunen Zwerge zu erforschen. Sternentstehung
in anderen Galaxien, sowie Untersuchungen der Struktur und Entwicklung protoplanetarer
Scheiben bilden weitere Schwerpunkte der Forschungsarbeiten. Die Suche nach extrasolaren Planeten sowie die Charakterisierung ihrer Atmosphären wird mit einer Reihe von
Projekten aktiv verfolgt. In der Laborastrophysikgruppe, die in einer Aussenstelle an der
Universität Jena arbeitet, geht es um die Gasphasenspektroskopie astronomisch relevanter
Moleküle sowie um die Charakterisierung von Nanoteilchen. In der Theoriegruppe werden
großskalige numerische Untersuchungen zur (magneto-)hydrodynamischen und chemischen
Entwicklung protoplanetarer Akkretionsscheiben und zur Entstehung massereicher Sterne durchgeführt sowie deren Strahlungscharakteristik mit Strahlungstransportrechnungen
behandelt.
Die Abteilung Galaxien und Kosmologie (Direktor: Hans-Walter Rix) verfolgt das Ziel, die
Struktur und die stellaren Populationen von Galaxien zu erforschen und als Konsequenz
ihrer Entstehungsgeschichte im kosmologischen Kontext zu verstehen. Ein Schwerpunkt
sind Durchmusterungen, um Stichproben kosmologisch weit entfernter Galaxien und Quasare zu erstellen und zu untersuchen und damit die Galaxienentwicklung direkt zu erfassen.
Diese empirischen Untersuchungen werden durch kosmologische Modellierung untermauert
und geleitet. In jüngerer Zeit wurden auch das dichte molekulare Gas im frühen Universum
und das intergalaktische Medium im Detail untersucht, um zu verstehen, wo und wie Sterne in der Frühphase des Alls entstanden sind. Ein zweiter komplementärer Schwerpunkt
sind detaillierte Studien von sehr nahen Galaxien, einschließlich des Milchstraßensystems,
wobei besonders die Substruktur in den Sternpopulationen und die Galaxienkerne untersucht werden. Die Beobachtungen werden durch theoretische Modellierung, insbesondere
N -Körper-Rechnungen unterstützt. Auch soll ein verbessertes Verständnis von aktiven Galaxienkernen durch höchstauflösende Beobachtungen erreicht werden.
Im Jahr 2004 wurde zusammen mit allen anderen Heidelberger Astronomieinstituten die
International Max-Planck Research School for Astronomy and Cosmic Physics gegründet.
Im Jahre 2009 wurde das Haus der Astronomie gegründet, ein Zentrum für astronomische
Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und den Wissenschaftsaustausch als Partnerschaft zwischen Klaus Tschira Stiftung (Bauherr), MPG, Universität Heidelberg und Stadt Heidelberg. Es wurde im Dezember 2011 eröffnet. Siehe dazu Abschnitt 9: Haus der Astronomie“.
”
Eine umfassende Darstellung der wissenschaftlichen Aktivitäten des Instituts ist im gesondert herausgegebenen Jahresbericht zu finden.
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